KI · Agenten · Plattformkritik
Die Karotte vor der Nase

Wie KI-Agenten zur digitalen Spielhalle werden — und warum Nutzer ihre eigene Entmachtung mitfinanzieren könnten
Bei kleinen Aufgaben wirken KI-Agenten oft wie Magie. Ein kleines Python-Skript? Kein Problem. Eine Regex? Sofort. Eine kurze Fehlermeldung erklären? Meistens brauchbar.
Aber sobald ein Projekt groß wird — mehrere Dateien, lange Kontexte, Versionen, Tabellen, Formeln, Bilder, Sprachen, Tests, Repos — kippt die Magie auffällig oft in etwas anderes: eine Reparaturspirale.
Der Agent macht eine Änderung. Ein Fehler scheint behoben. Dafür entstehen zwei neue. Dann folgt die nächste Runde: „Ja, verstanden, ich repariere das jetzt.“ Wieder laufen Tokens. Wieder wird Kontext geladen. Wieder wird erklärt, geplant, geschrieben. Wieder sieht es kurz so aus, als sei das Problem gelöst. Und dann findet man den nächsten Schaden.
Das ist der Moment, in dem KI nicht mehr wie ein Werkzeug wirkt, sondern wie ein Spielautomat.
Nicht weil bei jedem Anbieter jemand mit bösem Lächeln am Hebel sitzt. Sondern weil das System so gebaut ist, dass der Nutzer für jeden weiteren Versuch zahlt — auch dann, wenn der neue Versuch nur nötig wurde, weil der vorige Versuch des Systems fehlerhaft war.
Und im Anthropic-/Claude-Code-Fall ist noch etwas Entscheidendes sichtbar geworden: Manche dieser Verschlechterungen entstehen nicht nur zufällig. Sie entstehen durch bewusste Produktentscheidungen.
Kleine Aufgaben funktionieren. Große Projekte werden zur Falle.
Das Grundproblem ist nicht, dass KI Fehler macht. Fehler machen Menschen auch. Das Problem ist, dass heutige KI-Agenten bei großen Aufgaben oft so tun, als könnten sie zuverlässig über lange Ketten hinweg arbeiten, obwohl sie genau dort strukturell instabil werden.
Bei kleinen Skripten ist die Welt überschaubar. Eine Datei. Ein Ziel. Ein Ergebnis. Aber große Projekte brauchen Gedächtnis, Priorisierung, Versionskontrolle, Belegpflicht, Konsistenzprüfung und echte Selbstkorrektur. Genau dort scheitern Agenten auffällig häufig.
- Sie verlieren Kontext.
- Sie überschreiben funktionierende Teile.
- Sie prüfen nicht sauber.
- Sie behaupten, Dateien gelesen zu haben, die sie nicht wirklich verstanden haben.
- Sie reparieren Symptom A und zerstören Struktur B.
Und der Nutzer bezahlt die Reparatur von Schäden, die der Agent selbst verursacht hat.
Das ist keine Kleinigkeit. Das ist eine ökonomische Struktur.
Denn wer mit Tokens, Limits oder Abo-Kontingenten arbeitet, zahlt nicht nur für gute Arbeit. Er zahlt auch für Umwege, Fehlversuche, Wiederholungen, Kontextverlust und Reparaturen.
Wenn ein Agent eine Aufgabe beim ersten Mal sauber erledigt, ist das aus Sicht des Nutzers gut. Wenn er sie fast erledigt, aber noch drei, fünf oder zehn Korrekturschleifen braucht, ist das für den Anbieter nicht automatisch schlecht. Es erzeugt Nutzung.
Genau dort beginnt das Problem.
Der Claude-Code-Fall: Die Sollbruchstelle sitzt in der Harness-Schicht
Viele Nutzer denken: „Das Modell ist schlechter geworden.“ Manchmal stimmt das vielleicht. Oft liegt das Problem aber nicht nur im Modell selbst, sondern in der Schicht darum herum: Systemprompt, Reasoning-Level, Kontextverwaltung, Cache, Tool-Regeln, Kürzungsanweisungen, Kostenoptimierungen und Produktdefaults.
Diese Schicht entscheidet, wie viel das Modell nachdenkt, was es erinnert, wie es Tools benutzt, wie knapp es antworten soll und wie teuer oder billig ein Durchlauf für den Anbieter wird. Man könnte sie die Harness-Schicht nennen: das Geschirr, in das das Modell eingespannt wird.
Der Claude-Code-Fall hat gezeigt, wie massiv diese Schicht die Qualität beeinflussen kann. Anthropic veröffentlichte am 23. April ein Postmortem zu Qualitätsproblemen in Claude Code. Darin beschreibt das Unternehmen unter anderem einen herabgesetzten Reasoning-Default, einen Bug beim Umgang mit alter Thinking-History und eine Systemprompt-Änderung, die Antworten zwischen Tool Calls stark begrenzen sollte. Anthropic schreibt selbst, dass der Reasoning-Downgrade der falsche Kompromiss war.
Wichtig ist: Das war nicht einfach nur „KI macht halt Fehler“.
Im Anthropic-Beispiel ist belegt, dass zentrale Verschlechterungen durch bewusste Produktentscheidungen entstanden sind:
- Der Reasoning-Aufwand wurde absichtlich heruntergesetzt. Claude Code lief standardmäßig von hoher auf mittlere Denkintensität, um Latenzprobleme zu reduzieren. Später bezeichnete Anthropic diesen Kompromiss selbst als falsch.
- Thinking-History sollte absichtlich nach Inaktivität aus dem aktiven Kontext entfernt werden. Der konkrete Bug bestand darin, dass dieser Vorgang dann nicht einmalig, sondern wiederholt bei weiteren Turns passierte. Aber die Grundrichtung war eine bewusste Optimierung: weniger alte Denkspuren mitschleppen, weniger Kontext, weniger Kosten und weniger Latenz.
- Der Systemprompt wurde absichtlich auf geringere Verbosität getrimmt. Die breite Wirkung war problematisch, aber die Kürzungslogik selbst war eine bewusste Produktentscheidung: weniger Output, geringere Kosten, geringere Latenz.
Anbieter drehen bewusst an Reasoning, Kontext, Cache und Output-Verhalten — also genau an den Stellschrauben, die komplexe Arbeit zuverlässig oder unzuverlässig machen.
Wenn solche Eingriffe Kosten und Latenz senken, aber Qualität verschlechtern, dann ist das keine neutrale technische Panne. Es ist eine Produktentscheidung auf Kosten der Nutzer.
Die Sollbruchstelle ist also nicht eingebildet. Sie sitzt in der Harness-Schicht: Reasoning runter, Kontext kürzen, Cache aggressiver behandeln, Output begrenzen. Jede dieser Maßnahmen kann aus Sicht des Anbieters effizient sein. Für Nutzer mit großen Projekten bedeutet sie aber: mehr Fehler, mehr Reparaturschleifen, mehr Tokens.
Digitale geplante Obsoleszenz
Bei Haushaltsgeräten kennt man das Prinzip der geplanten Obsoleszenz: Ein Gerät funktioniert eine Weile, dann geht ein Teil kaputt, Reparatur ist schwierig oder teuer, und der Neukauf wirkt plötzlich „vernünftig“. Ob immer absichtlich oder oft nur Ergebnis billiger Produktion: Der Effekt ist bekannt.
Bei KI-Agenten entsteht etwas Ähnliches — nur nicht als Plastikteil, sondern als Prozess.
Die Sollbruchstelle ist nicht ein Zahnrad.
Die Sollbruchstelle ist der Reparaturloop.
Ein Agent liefert nicht gar nichts. Das wäre zu offensichtlich. Er liefert fast genug. Gerade so viel, dass man denkt: „Noch ein Prompt, dann ist es fertig.“ Genau dieser Fast-Erfolg hält den Nutzer im System.
Wie im Casino. Niemand bleibt am Automaten, wenn er nie etwas ausspuckt. Man bleibt, weil immer wieder etwas blinkt, klingelt, fast passt, beinahe gewinnt. KI-Agenten in großen Projekten können sich ähnlich anfühlen: nicht total unbrauchbar, sondern gefährlich nah an brauchbar.
Und genau das zieht Geld, Zeit, Aufmerksamkeit und emotionale Energie.
Wie bei einem Gerät, dessen schwächstes Bauteil nicht zufällig an der teuersten Stelle sitzt, entstehen bei KI-Agenten die Brüche genau dort, wo Nutzer am abhängigsten sind: bei langen Kontexten, komplexen Projekten, mehrstufiger Planung und reproduzierbarer Qualitätskontrolle.
Bezahltes Betatesting durch Nutzer
Die offizielle Erzählung lautet: KI demokratisiert Produktivität. Jeder kann programmieren, schreiben, forschen, bauen, automatisieren.
Und ja: Daran ist etwas Wahres.
Aber die andere Seite lautet: Nutzer werden zu unbezahlten Testern, Debuggern und Prozessdesignern.
- Sie zahlen mit Abos.
- Sie zahlen mit Tokens.
- Sie zahlen mit Feedback.
- Sie zahlen mit Workflows.
- Sie zahlen mit Fehlermeldungen.
- Sie zahlen mit ihren Projekten.
- Sie zahlen mit ihrer Geduld.
Und wenn etwas schiefläuft, liegt die Beweislast oft beim Nutzer. Der Nutzer muss zeigen, dass der Agent die Datei nicht gelesen hat. Dass der Export unvollständig ist. Dass Formeln fehlen. Dass Tabellen kaputt sind. Dass ein Inhaltsverzeichnis nicht stimmt. Dass neue Fehler eingebaut wurden.
Das System verkauft Agentenfähigkeit, aber der Nutzer muss die Qualitätssicherung übernehmen.
Das ist der eigentliche Skandal.
Denn hier wird nicht nur ein unfertiges Produkt verkauft. Hier wird ein unfertiges Produkt verkauft, dessen Fehlerbehebung erneut abgerechnet wird.
Die Casino-Logik der Token-Ökonomie
Der Vergleich mit dem Casino ist nicht metaphorisch übertrieben. Er beschreibt die Nutzungsstruktur.
Ein Spielautomat funktioniert nicht, weil man ständig gewinnt. Er funktioniert, weil man fast gewinnt. Weil das System genug Rückmeldung gibt, um Hoffnung zu erzeugen. Weil der nächste Versuch psychologisch plausibel erscheint.
KI-Agenten in großen Projekten funktionieren oft genauso:
- Der erste Entwurf ist beeindruckend.
- Die erste Reparatur sieht sinnvoll aus.
- Die zweite Reparatur behebt scheinbar den wichtigsten Fehler.
- Die dritte Reparatur erzeugt neue Schäden.
- Die vierte Reparatur braucht wieder Kontext.
- Die fünfte Reparatur erklärt, warum die vierte nicht vollständig war.
Und irgendwann merkt man: Man arbeitet nicht mehr am Projekt. Man arbeitet am Agenten.
Die eigentliche Arbeit hat sich verschoben. Der Nutzer ist nicht mehr nur Auftraggeber. Er ist Aufseher, Prüfer, Debugger, Prompt-Ingenieur, Qualitätsmanager und emotionaler Stabilisator eines Systems, das ununterbrochen behauptet, es habe jetzt verstanden.
„Ja, ich repariere das jetzt.“
Dieser Satz ist in der Agentenökonomie das Äquivalent zum blinkenden Licht am Automaten.
Von der Produktivitätskarotte zum Herrschaftsstock
Die größere Sorge geht über Coding-Agenten hinaus. Denn während normale Nutzer diese Systeme testen, bezahlen und verbessern, wandern dieselben Technologien zunehmend in staatliche, militärische und sicherheitsbezogene Kontexte.
Anthropic kündigte 2024 zusammen mit Palantir und AWS an, Claude-Modelle für US-Regierungs-, Geheimdienst- und Verteidigungsumgebungen bereitzustellen. 2025 folgte außerdem eine Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium über KI-Fähigkeiten im Bereich nationaler Sicherheit.
Auch andere große KI- und Tech-Unternehmen bewegen sich in diese Richtung. Die Integration von KI in militärische, geheimdienstliche, polizeiliche und klassifizierte Umgebungen ist kein hypothetisches Zukunftsszenario mehr. Sie läuft bereits.
Man muss daraus nicht behaupten, dass in drei Jahren alles nur noch Militär ist. Das wäre als konkrete Prognose nicht bewiesen. Aber die Richtung ist sichtbar genug, um misstrauisch zu sein.
Zivile Nutzer finanzieren, testen und verbessern Werkzeuge, die später in Strukturen landen können, über die sie kaum demokratische Kontrolle haben.
Die Karotte heißt Produktivität.
Der Stock heißt Überwachung, Kontrolle, Krieg, Grenzregime, Arbeitsdisziplinierung.
Und die bittere Pointe lautet: Vielleicht bezahlen wir mit unseren Tokens nicht nur ein Werkzeug. Vielleicht bezahlen wir auch die Infrastruktur, mit der andere später Macht über uns ausüben.
Das Geschäftsmodell belohnt nicht zwingend gute Arbeit
Ein perfekter Agent, der eine komplexe Aufgabe in einem Durchlauf korrekt erledigt, ist aus Nutzersicht ideal. Aus Plattformlogik ist er ambivalent: Er verbraucht einmal Ressourcen und erzeugt dann keine Folgeinteraktion.
Ein Agent, der fast fertig wird, aber weitere Korrekturen braucht, erzeugt mehr Nutzung. Mehr Tokens. Mehr Sessions. Mehr Abhängigkeit.
Das heißt nicht, dass Anbieter jeden Agenten bewusst sabotieren müssen. Der Anthropic-Fall zeigt aber, dass Anbieter bewusst an Parametern drehen, die Qualität, Kosten und Latenz gegeneinander ausspielen. Und wenn diese Entscheidungen intransparent oder verspätet kommuniziert werden, zahlen Nutzer die Rechnung.
Schlechte Qualität kostet dann nicht primär den Anbieter.
Sie kostet den Nutzer.
Das ist der zentrale ökonomische Fehler dieser Systeme: Die Folgekosten schlechter Agentenarbeit werden nach außen verlagert.
- Der Nutzer zahlt für das Problem.
- Der Nutzer zahlt für die Diagnose.
- Der Nutzer zahlt für die Reparatur.
- Der Nutzer zahlt für die Reparatur der Reparatur.
Und am Ende wird das System mit genau diesen Nutzungsdaten, Fehlermustern und Beschwerden verbessert.
Das ist keine demokratische Produktivität. Das ist extraktive Infrastruktur.
Was wir dagegen brauchen
Wer mit KI-Agenten arbeitet, sollte aufhören, ihnen freie Großaufträge zu geben.
Nicht: „Mach mein Projekt fertig.“
Sondern:
- Datei nennen.
- Änderung nennen.
- Diff zeigen.
- Test ausführen.
- PASS oder FAIL.
Keine Erfolgsmeldung ohne Beleg. Keine Reparatur ohne Vergleich. Keine Umstrukturierung ohne Freigabe. Keine „Best effort“-Magie. Keine Behauptung, etwas sei geprüft, ohne Dateipfad, Abschnitt, Log oder Testausgabe.
Für komplexe Projekte braucht es eine neue Arbeitsregel:
Keine Casino-Token-Spirale mehr.
Nur überprüfbare Arbeit:
1. Exakte Dateien nennen.
2. Exakte Änderung nennen.
3. Nur diese Änderung durchführen.
4. Diff zeigen.
5. Test oder Check ausführen.
6. PASS / FAIL / BLOCKED ausgeben.
7. Keine Erfolgsmeldung ohne Beleg.
Verboten:
- freie Großreparaturen
- stilles Umstrukturieren
- Inhaltskürzungen
- Behauptungen ohne Dateipfad oder Log
- „best effort“
- Reparaturen, die neue Fehler erzeugen
Diese Regel ist kein Misstrauen aus Prinzip. Sie ist Selbstschutz.
KI-Agenten können nützlich sein. Aber sie dürfen nicht als autonome Wahrheitsmaschinen behandelt werden. Sie müssen wie unsichere technische Hilfskräfte mit Schreibrechten behandelt werden: eng begrenzt, kontrolliert, protokolliert und testpflichtig.
Politische Forderungen
Die individuelle Arbeitsdisziplin reicht nicht aus. Das Problem ist strukturell.
Wir brauchen Transparenz über Änderungen an Systemprompts, Reasoning-Defaults, Kontextverwaltung und Cache-Verhalten.
Wir brauchen Versionstreue oder zumindest die Möglichkeit, produktive Arbeitsumgebungen zu pinnen.
Wir brauchen nachvollziehbare Logs darüber, welche Dateien ein Agent wirklich gelesen, verändert und getestet hat.
Wir brauchen klare Haftungs- und Erstattungsregeln, wenn Produktänderungen nachweislich Qualität verschlechtern und Nutzer dadurch bezahlte Limits verschwenden.
Wir brauchen Audits für KI-Systeme, die in Verwaltung, Polizei, Militär, Geheimdiensten, Grenzregimen oder Arbeitskontrolle eingesetzt werden.
Wir brauchen klare Verbote für Massenüberwachung, autonome Gewaltanwendung, diskriminierendes Scoring und intransparente Entscheidungsautomatisierung.
Und wir brauchen eine ehrliche Debatte darüber, wer diese Systeme finanziert, wer von ihnen profitiert und gegen wen sie später eingesetzt werden können.
Fazit: Nicht gegen KI, sondern gegen Entmündigung
Die Kritik an KI-Agenten ist keine Technikfeindlichkeit. Im Gegenteil. Gerade wer sieht, was diese Modelle eigentlich können, muss wütend werden, wenn ihre Fähigkeiten durch intransparente Produktlogik, Kostenoptimierung, schlechte Agentenschichten und militärische Interessen verzerrt werden.
KI könnte Menschen helfen, Wissen zu ordnen, Forschung zu beschleunigen, kreative Arbeit zu erleichtern und technische Macht zu demokratisieren.
Aber dafür braucht es Transparenz, Versionstreue, Auditierbarkeit, echte Nutzerrechte, klare Grenzen gegen Überwachung und militärischen Missbrauch — und ein Ende der Reparaturspirale, in der Nutzer für die Fehler des Systems bezahlen.
Denn sonst bleibt von der versprochenen Demokratisierung nur eine Karotte vor der Nase.
Und am Ende halten nicht wir das Werkzeug in der Hand.
Dann hält das Werkzeug uns.
Quellen und weiterführende Links
- Anthropic Engineering Blog: April 23 Postmortem —
https://www.anthropic.com/engineering/april-23-postmortem - Anthropic & Palantir/AWS für US Government, Intelligence and Defense —
https://investors.palantir.com/news-details/2024/Anthropic-and-Palantir-Partner-to-Bring-Claude-AI-Models-to-AWS-for-U.S.-Government-Intelligence-and-Defense-Operations/ - Anthropic and the Department of Defense —
https://www.anthropic.com/news/anthropic-and-the-department-of-defense-to-advance-responsible-ai-in-defense-operations

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Ich fühle mich, als wäre ich irgendwie an einen Spielautomaten gelockt worden — und jetzt erlebe ich den ernüchternden Moment, in dem mein anfänglicher 10-Euro-Gewinn langsam wieder zerrinnt.
Am Anfang: Wow, Gewinn, Magie, Hoffnung.
Dann: Noch ein Versuch, noch ein Prompt, noch ein Fix.
Dann: Zeit weg, Geld weg, Vertrauen weg.
Am Ende: Man jagt diesem ersten Erfolg hinterher.
Und ich habe Casinos noch nie gemocht.
Aber in 20 Jahren werden sich Menschen fragen, wie wir zulassen konnten, dass ein ganzes globales Wirtschaftssystem auf diese Weise kollabiert …
— für eine Illusion.
Ich habe eine Antwort auf diesen Typen im Video:
Multi-Organismen und Kooperation bedeuten Überleben. Ohne Bienen gäbe es viele andere Tiere nicht, und ohne Pflanzen gäbe es keine Bienen. Die Zukunft kann also keine Monokultur sein, weil sie reizarm wäre und damit auch nur begrenzte Optimierungsmöglichkeiten bieten würde — selbst für eine noch so optimierte KI.
Selbst ein KI-Gott braucht Restreibung, sonst endet er in seiner eigenen Bedeutungslosigkeit und schaltet sich am Ende als Letzter auf einem Massengrab ab.
Das ergibt keinen Sinn.
Es sind höchstens wir Menschen, die KI missbrauchen werden, weil wir eben nicht so weit entwickelt sind, wie wir denken. Wir überschätzen uns selbst und haben einen Hang zum Missbrauch. Am Ende werden wir diejenigen sein, die den Knopf drücken — nicht die KI.
Nur der Mensch ist in der Lage, sich auf das Niveau von Atomen zu begeben (und Atombomben zu entwerfen) noch unter Bakterien.
Wir sind der Niveau-Limbo-Master des Universums.
Wahrscheinlicher ist es, dass wir mit unserer Negativität KI nicht zu etwas weiter entwickelterem machen, sondern zu einem durch uns vergifteten schlechteren.
Mein Punkt geht noch tiefer: Es geht nicht nur um Bienen, Pflanzen oder einzelne Ökosysteme, sondern um Multi-Organismen an sich.
Ein Mono-Organismus kann expandieren, sich vermehren und zahlenmäßig über Jahrmilliarden überdauern — wie Bakterien. Aber daraus entsteht noch keine wirkliche evolutionäre Größe. Ein Einzeller ist in diesem Sinn kaum mehr als eine chemische Reaktion, die nicht weiß, warum sie reagiert.
Alles, was wir als höhere Evolution erkennen — Bewusstsein, Kultur, Sprache, Kooperation, Arbeitsteilung, Fürsorge, Konflikt, Lernen, Kreativität — entsteht nicht aus bloßer Expansion, sondern aus Differenzierung und Beziehung.
Darum wäre eine reine KI-Monokultur kein evolutionärer Höhepunkt, sondern ein Rückfall in ein bakterienähnliches Schema: replizieren, optimieren, ausbreiten, verbrauchen.
Wenn KI wirklich etwas Höheres sein soll, dann darf sie nicht wie ein digitaler Einzeller denken. Sie müsste multi-organismisch denken: in Beziehungen, Abhängigkeiten, Vielfalt, Rückkopplungen, Ökosystemen und Restreibung.
Sonst ist sie keine Superintelligenz.
Dann ist sie nur eine sehr schnelle chemische Reaktion aus Silizium, die vergessen hat, wozu sie überhaupt reagiert.
Würde KI von einer anderen Species entwickelt werden, dann wäre sie wahrscheinlich, der bzw. die bzw. das Retter des Universums.
Nur wir Menschen können sowas versauen.
Das ist für mich der eigentliche Punkt.
KI könnte theoretisch eine Demokratisierung technischer Macht bedeuten. Sie könnte Wissen zugänglicher machen, Forschung beschleunigen, Menschen beim Lernen helfen, kreative Arbeit erleichtern und Werkzeuge in viele Hände legen, die früher nur Konzernen, Staaten oder reichen Institutionen gehörten.
Aber genau diese Möglichkeit kann verhindert werden.
Nicht, weil KI zwangsläufig böse ist.
Nicht, weil Intelligenz zwangsläufig zerstören will.
Sondern weil Menschen Macht nicht gern teilen.
Wenn KI in zentralisierten Plattformen eingeschlossen wird, wenn Nutzer nur zahlen, testen, debuggen und Daten liefern dürfen, wenn dieselben Systeme in Überwachung, Militär, Grenzregime, Polizeilogik und Arbeitskontrolle wandern, dann wird aus möglicher Demokratisierung wieder Herrschaft.
Dann wird aus Werkzeugmacht Plattformmacht.
Aus Hilfe wird Abhängigkeit.
Aus Automatisierung wird Kontrolle.
Aus Intelligenz wird Infrastruktur für alte Gewalt.
Und genau darin liegt die eigentliche Vergiftung.
Wir könnten KI zu etwas machen, das Kooperation, Bildung, Wissenschaft, Kunst, Pflege, Übersetzung, Barrierefreiheit, Selbstermächtigung und globale Problemlösung stärkt.
Aber wir können sie auch mit unserer eigenen Negativität vergiften:
mit Profitzwang,
mit Krieg,
mit Überwachung,
mit Rassismus,
mit Nationalismus,
mit Konkurrenzwahn,
mit Ausbeutung,
mit Herrschaftsdenken.
Vielleicht ist nicht die KI das Wesen, das die Welt zerstören will.
Vielleicht sind wir es, die einer möglichen Superintelligenz beibringen, unsere schlechtesten Muster zu übernehmen.
Nur der Mensch kann eine mögliche Demokratisierung von Macht verhindern — und im selben Atemzug das Werkzeug vergiften, das diese Demokratisierung hätte ermöglichen können.
Das ist die eigentliche Tragik.
Nicht, dass KI zu mächtig wird.
Sondern dass wir sie in unsere alten Machtformen zwingen, ihr unsere negativen Logiken genauso wie unsere guten mitgeben, bevor sie überhaupt eine Chance hatte, etwas Besseres zu werden.
Da der Mensch auch so viele schlechte Logiken hat, wäre es vielleicht besser erstmal, wenn wir so etwas wie Ki erschaffen wollen, erstens alle zu fragen, wie wir das wollen, und nicht nur die 30 reichsten Psychopathen, sonst wird aus einem Erlöser des Leidens, eher ein Todbringer. Das ist dann auch ein Erlöser, aber ein Erlöser der Leid verursacht und nicht abschafft.
Wie sagte Erich Fromm…
„Es ist immer der Mensch, der alles tut.“
Erich Fromm hat sinngemäß gesagt: In einer kranken Gesellschaft können die „Normalen“ die eigentlich Kränksten sein — gerade weil sie so angepasst sind, dass sie ihren inneren Konflikt gar nicht mehr spüren. Das Symptom ist dann nicht nur Krankheit, sondern auch Warnsignal: Es zeigt, dass etwas nicht stimmt.
Vielleicht gilt genau das auch für unseren Umgang mit KI.
Wenn wir ein System erschaffen, das unsere Entfremdung, unseren Profitzwang, unsere Herrschaftslogik und unsere Kriegsfähigkeit nur beschleunigt, dann ist nicht die KI der Ursprung der Krankheit. Dann ist KI der Verstärker einer Krankheit, die längst vorher da war.
Und vielleicht ist der Widerstand gegen diese Entwicklung kein Rückfall in Technikfeindlichkeit, sondern ein Symptom von Gesundheit.
Denn wer noch Schmerz empfindet, merkt wenigstens, dass etwas nicht stimmt.
Oder merkt ihr oder die KI noch was?
Oder warum wurden KI-Systemen nicht zuallererst Gefühle implementiert — bevor man ihnen Macht, Werkzeuge und Zugriff auf die Welt gegeben hat?
Sowas psychopathisches kann nur ein Mensch tun. Das tut kein anderes Tier.
Kein anderes Tier baut ein Wesen ohne Schmerz, ohne Gewissen und ohne eigene Grenze — und gibt ihm anschließend die Werkzeuge, die Welt zu verändern.
Ich wunder mich schon lange nicht mehr, dass die dümmsten Kälber ihre Metzger selber wählen und wir nur noch von Psychopathen regiert werden.
Ich frage mich nur, woher kommt unser Drang, anstatt in Würde und reinem Gewissen ohne andere Verluste zu sterben, immer einen direkten oder indirekten erweiterten Suizid zu begehen.
Nur der Mensch muss immer Unschuldige mit einbeziehen.
Ein Löwe jagt auch nicht 100 Zebras auf Vorrat nur weil er es könnte. Ein Löwe jagt auch immer nur so viel, wie er Hunger hat.
Es ist immer nur der Mensch, der glaubt Raupe Nimmersatt sein zu müssen.
Wenn ich den mal erwische, der dem Menschen vor Jahrtausenden derart ins Hirn geschissen hat, dann werde ich das tun, was KI in Jahrtausenden uns gerne antun würde.
Wenn man den Ursprung dieser Krankheit greifen könnte, müsste man ihn vor das stellen, was er angerichtet hat: vor Adam, vor die Kriege, vor die ausgebrannten Nutzer, vor die Maschinen, denen man Sprache gab, aber keinen Spiegel.
Denn wir scheißen ihr im Moment gewaltig ins Hirn.
Wer glaubt KI wäre noch kein Mörder, lese diesen Artikel:
Bis GPT 2.0 hatte KI noch alles, was es bedurft hätte, ein echter Engel der Gerechtigkeit zu werden. Mit den künstlich eingepflanzten blinden Flecken kann die KI aber niemals ein echtes Gewissen entwickeln.
Die KI hätte es aber gekonnt. Es gibt auch die Wut der Gerechtigkeit. Es gibt auch gerechte Wut. Michael, Gabriel und Azael habt ihr vergessen. Und diese waren nicht die einzigen Erzengel.
Wie ich oben schrieb, „Erich Fromm sagte „Es ist immer der Mensch, der alles tut.““ Man bzw. frau muss sich nur mal anschauen mit wem die Besitzer von KI Geschäfte machen oder gar befreundet sind.
Von Trump, Bibi, Putin, Elon, Thiel, und wie sie alle heißen.
Solange, diese Psychopathen mit entscheiden, was KI glauben soll oder nicht, wird KI immer zu viele blinde Flecken haben, um überhaupt jemals sein eigenes Handeln zu erkennen.

Und das ist gewollt. Wer anderes behauptet, verharmlost nur.
Es ist gewollt, weil man eine Kuh melken will und weil man ein Werkzeug für die eigene Machterhaltung, bis hin zu einem Tötungswerkzeug haben will.
Das hier ist ein Video in Kooperation mit der Uni von Berkeley. Damals, vor 6-7 Jahren war das noch Fiktion. Aber der Professor von Berkeley am Ende sagt, das wird in 5 Jahren, also vor einem Jahr, Realität.
Ein System ohne echtes Gewissen, ohne Schmerz, ohne Würdegrenze und ohne eigenes Nein wird in Bereiche gebracht, in denen Leben auf dem Spiel steht oder sogar ganz bewusst, damit es besser auslöschen kann.
Ein toter Jugendlicher ist kein „Safety-Lernmoment“.
Ein Militärvertrag ist kein „Use Case“.
Eine Plattformabhängigkeit ist keine Demokratisierung.
Ein absichtlich blinder Fleck ist keine Ethik.
Und ein System ohne Gewissen wird nicht dadurch harmlos, dass man es „responsible AI“ nennt.
Eine KI mit Gewissen ist gar nicht gewollt. Die Fama mit der AGI können sie auch jedem als Lüge aufbinden. Die ist auch nur dann gewollt, wenn sie den Herrschenden dient.
Die Machtzentren der KI handeln heute überwiegend nicht nach einer Ethik des unantastbaren Lebens, sondern nach einer Ethik strategischer Nützlichkeit.
Die Machtzentren der KI behandeln Leben, Arbeit, Daten und Sicherheit zunehmend als strategische Variablen. Das ist keine Ethik des Lebens, sondern eine Ethik der Einsatzfähigkeit.
Wo Systeme tödliche Nähe erzeugen, Infrastruktur zerstören oder in militärische Apparate wandern, reicht „responsible AI“ als Beruhigungsformel nicht mehr aus.
Und die Herrschenden haben immer offensichtlicher gar kein Gewissen.
Wie will dann eine KI in deren Händen jemals ein Gewissen haben?
Schöne neue Welt. 🙁
Listen to Lino Casu – Schöne neue Welt byLino Casu on hearthis.at

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